Integrierte Stadtentwicklung (ISE)

Allgemeine Informationen

Profitieren Sie von EU-Fördermitteln für ein nachhaltiges Stadtquartier

Die Städte und Gemeinden Sachsens spielen eine zentrale Rolle für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft. Strukturschwache und sozial benachteiligte Quartiere stehen daher im Fokus einer präventiven bzw. nachhaltigen Stadt- und Regionalentwicklungspolitik des Freistaates.

Mit dem Programmteil „Integrierte Stadtentwicklung“ erhalten Gemeinden mit mehr als 5.000 Einwohnern Unterstützung aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Die Förderung zielt auf die wirtschaftliche und soziale Belebung von Stadtteilen, die beispielsweise strukturelle Entwicklungsdefizite aufweisen oder einen demografischen Wandel durchlaufen. Gefördert werden neben baulichen und energetischen Maßnahmen auch Projekte, die darauf zielen, die Wohn- und Lebensbedingungen der Einwohner zu verbessern sowie die Abwanderung aus betroffenen Stadtquartieren einzudämmen. Dazu gehören auch Maßnahmen zum Umweltschutz und zur Armutsbekämpfung. Förderberechtigte Kommunen erhalten für ihr Vorhaben im Rahmen einer Anteilsfinanzierung einen Zuschuss von maximal 80 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben.

Zuwendungszweck:

Die Zuwendungen im Rahmen der Integrierten Stadtentwicklung sind dazu bestimmt, in benachteiligten Städten und Stadtquartieren bauliche, infrastrukturelle, energetische und bildungsorientierte Strategien und Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen und somit zur Lösung städtebaulicher, demografischer, wirtschaftlicher, ökologischer, kultureller und sozialer Problemlagen beizutragen.

Gegenstand der Förderung

In den benachteiligten Städten und Stadtquartieren können investive und nicht investive Maßnahmen gefördert werden:

  • die zur Verringerung des CO2-Ausstoßes beitragen (Handlungsfeld Energieeffizienz) durch:
    • Verbesserung der energetischen Bilanz der öffentlichen Gebäude;
    • den Ausbau und die Nutzung regenerativer Energien im Wärmebereich wie die Errichtung von Anlagen, die die Verwendung und Speicherung erneuerbarer Energien für die Beheizung und Kühlung von Gebäuden ermöglichen;
    • energieeffiziente Wärme- und Kälteversorgung (Aufbau von dezentralen, zukunftsfähigen Energieversorgungsstrukturen wie Nahwärmenetze auf Basis Kraft-Wärme-Kopplung);
    • Minderung verkehrsbedingter CO2-Emissionen mit einem Verkehrs- und Mobilitätsmanagement, dass den Einsatz von umweltfreundlichen, integrierten Verkehrsformen und -mitteln ermöglicht;
    • das Entgegenwirken von städtischen Überwärmungstendenzen mit Schaffung von Grünflächen, Gründächern, begrünten Hinterhöfen und Verkehrsflächen sowie Fassadenbegrünungen;
    • die Erstellung von Studien und kommunalen Energiekonzepten für die geförderten Stadtquartiere sowie die Planung und Begleitung/Koordination der Maßnahmen durch einen Energieberater;
  • die dem Erhalt und Schutz der Umwelt sowie der Ressourceneffizienz (Handlungsfeld Umwelt) dienen durch:
    • Verbesserung des kulturtouristischen Angebots (Erhöhung des touristischen Potenzials und Steigerung der Besucherzahlen der Sehenswürdigkeiten) einschließlich Herstellung der Barrierefreiheit;
    • Nutzbarmachung brachliegender/ungenutzter Flächen einschließlich der Herstellung von Grünanlagen und Renaturierung von Gewässern
  • die zur wirtschaftlichen und sozialen Belebung sowie zur Reduzierung der Abwanderung aus dem ausgewählten Stadtquartier beitragen (Handlungsfeld Armutsbekämpfung) durch:
    • städtebauliche Umbau-, Erweiterungs- und Sanierungsmaßnahmen, die zu einer bedarfsorientierten Modernisierung und Aufwertung des Wohnumfeldes und der öffentlichen Infrastruktur beitragen, die den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderung sowie verschiedener Altersstrukturen, sozialer Lagen und Herkunft entsprechen (z.B. Herstellung der Barrierefreiheit) und somit geeignet sind, demografische und soziale Defizite zu überwinden;
    • durch Unterstützung von lokalen Klein- und Kleinstunternehmen bei der Neuansiedlung sowie bei Umbau-, Erweiterungs- und Sanierungsmaßnahmen und durch ein City- und Geschäftsstraßenmanagement, so dass die lokale Wirtschaft und das Geschäftsumfeld belebt, Erwerbsperspektiven verbessert und die wirtschaftliche Entwicklung befördert werden;
    • durch Inwertsetzung und Wiederzuführung von sanierten Brachflächen zur gewerblichen/baulichen Nachnutzung.

Weiterhin werden nicht investive Maßnahmen zur Vorbereitung, Durchführung, Begleitung, Entwicklung und Bewertung der gebietsbezogenen integrierten Handlungskonzepte oder einzelner Vorhaben gefördert.

Zudem können Maßnahmen gefördert werden, die eine möglichst auf elektronische Medien gestützte Öffentlichkeitsarbeit gewährleisten.

Zuwendungsart und -höhe:

Es wird im Rahmen der Projektförderung ein nicht rückzahlbarer Zuschuss von max. 80 % der zuwendungsfähigen Ausgaben der Einzelmaßnahme als Anteilfinanzierung gewährt. Die Zuwendung muss mindestens 10.000 EUR betragen.

Bei Gewährung einer Beihilfe sind die in den relevanten beihilferechtlichen Regelungen (De-minimis-Verordnung, DAWI-De-minimis-Verordnung, Allgemeine Gruppenfreistellungsverordnung, DAWI-Freistellungsbeschluss) genannten Höchstbeträge und Höchstfördersätze sowie weitere Kriterien zu berücksichtigen.

Ein Rechtsanspruch auf Gewährung der Zuwendung besteht nicht. Die Förderung erfolgt nachrangig zu gleichartiger nationaler Förderung.

Letzte Änderung: 19.10.2017