Stadtumbau - Rückbau und Aufwertung (SUO)

Allgemeine Informationen

Durch Rückbau und Aufwertung dem demografischen Wandel begegnen

Auch in Sachsen stellt der demografische Wandel Städte und Gemeinden vor zahlreiche Herausforderungen. Dazu zählen beispielsweise der Rückbau eines Überangebots an Wohnraum und die Aufwertung von Stadtteilen, um nachhaltige Strukturen zu schaffen.

Durch das Programm „Stadtumbau" mit den Programmteilen Rückbau und Aufwertung (SUO)“ unterstützen Bund und Freistaat Sachsen Städte und Gemeinden mit mindestens 2.000 Einwohnern, durch Stadtumbaumaßnahmen die Begleiterscheinungen der demografischen Entwicklung aufzufangen. Gefördert werden dabei beispielsweise der Rückbau von leerstehendem Wohnraum, Ordnungsmaßnahmen, Baumaßnahmen und Sicherungsmaßnahmen.

Prüfen Sie jetzt, ob auch Ihre Gemeinde von unserer Förderung profitieren kann und informieren Sie sich hier zu unserem vielfältigen Förderangebot.

Zuwendungszweck:

Die bereitgestellten Zuwendungen dienen der Förderung der Durchführung von Stadtumbaumaßnahmen im Rahmen einer städtebaulichen Gesamtmaßnahme. Stadtumbaumaßnahmen dienen der städtebaulichen Anpassung an die demografische Entwicklung und der Herstellung nachhaltiger städtebaulicher Strukturen in Stadtteilen, in denen ein dauerhaftes Überangebot an baulichen Anlagen für bestimmte Nutzungen besteht oder zu erwarten ist.

Zuwendungsempfänger:

Städte/Gemeinden des Freistaates Sachsen, die mindestens Grundzentren sind und mindestens 2000 Einwohner haben (ab 2016)

Gegenstand der Förderung im Programmteil "Aufwertung":

1. Vorbereitung des Stadtumbaus

  • Erstellung und Fortschreibung
    • städtebaulicher Entwicklungskonzepte (Stadtumbaukonzepte - SEKO) nach § 171b BauGB
  • einer auf die Stadtentwicklung ausgerichteten Rahmenplanung gemäß § 1 BauGB Abs. 6 Nr. 11 (INSEK)

2. Grunderwerb der Gemeinde einschließlich Nebenkosten

  • Erwerb von Grundstücken zum Zwecke der Sanierung von Altbauten im Programmteil Erwerb von Altbauten durch Gemeinden zur Sanierung
  • Für den Erwerb von Grundstücken zum Zwecke des Rückbaus
    • wenn der Erwerb im Rahmen einer Zwangsversteigerung erfolgt oder
    • wenn das Grundstück mit einem nicht allein zum Wohnen bestimmten Gebäude bebaut ist und die Gemeinde dieses zum Zwischenerwerb oder zum Zwecke einer künftigen öffentlichen Nutzung erwirbt (nur mit Zustimmung der Bewilligungsstelle)

3. Ordnungsmaßnahmen

  • Maßnahmen zur Bodenordnung
  • Umzug von Betroffenen des Stadtumbaus
  • die Freilegung von Grundstücken der Gemeinde und Rückbau privater baulicher Anlagen
  • die Herstellung, die Änderung und der Rückbau von Erschließungsanlagen zur Anpassung der städtischen Infrastruktur
  • öffentliche Parkierungsflächen
  • sonstige Ordnungsmaßnahmen

4. Baumaßnahmen

4.1 privatwirtschaftlich nutzbare Gebäude

  • Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen zur Beseitigung städtebaulicher Missstände einschließlich der denkmalbedingten Mehraufwendungen sowie zur Anpassung des Gebäudebestandes an die Erfordernisse des demografischen Wandels oder sich ändernden Wohnbedürfnisse
  • Maßnahmen zur Aufwertung des Wohnumfeldes, Schaffung privater Stellplätze und Freiflächen
  • Ergänzungsbauten
  • Instandsetzung / Modernisierung von Brandmauern der Nachbarhäuser bei Abbruch
  • Sanierung von Altbauten

4.2 Gemeinbedarfs- und Folgeeinrichtungen

(z.B. Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen, Verwaltungsgebäude, Sportstätten, Seniorenbetreuungseinrichtungen, Kultureinrichtungen, soziokulturelle Einrichtungen, Kirchen)

  • Um- und Ausbau bestehender Gemeinbedarfs- und Folgeeinrichtungen
  • Schaffung von Gemeinbedarfs- und Folgeeinrichtungen durch Umnutzung von Altbauten
  • Neubau von Gemeinbedarfs- und Folgeeinrichtungen, wenn Sanierung von Bestandsimmobilien nicht wirtschaftlich ist
  • Ergänzungsbauten und Erschließungsbauten, wenn sie für die funktionale Gebäudenutzung erforderlich sind

5. Sicherungsmaßnahmen

  • dringende und unerlässliche Sicherungsmaßnahmen an privaten, privatwirtschaftlich nutzbaren Gebäuden und Kirchgebäuden, die vor 1949 in straßenparalleler Blockrandbebauung (Vorderhäuser) errichtet wurden und anderen das Stadtbild prägenden Gebäuden, die innerhalb von 5 Jahren eine Instandsetzung / Modernisierung erfahren sollen

6. Sonstige Maßnahmen

  • Vergütung für Sanierungsträger und andere Beauftragte
  • Stadtumbaumanagement
  • Wettbewerbe und gutachterliche Kostenermittlungen
  • Kosten für die Evaluation und Gebietsabrechnung
  • Vermessungen, Stadtumbaukatastererstellung
  • Teilfinanzierung von Verfügungsfonds

Hinweis:

Zur Sicherung der Gesamtfinanzierung stellt die SAB Förderergänzungsdarlehen zur Verfügung. Gern beraten wir Sie zu möglichen Finanzierungen. Nähere Informationen und Ansprechpartner finden Sie hier .

Gegenstand der Förderung im Programmteil "Rückbau Wohngebäude":

  • Rückbau von Wohngebäuden oder Wohngebäudeteilen (Abrisskosten)
  • Freimachung von Wohnungen
  • einfache Herrichtung von Grundstücken zur Wiedernutzung

Achtung! Nicht förderfähig ist der Rückbau von:

  • denkmalgeschützten Gebäuden
  • vor 1919 errichteten Gebäuden in straßenparalleler Blockrandbebauung (Vorderhäuser) oder anderen das Stadtbild prägenden Gebäuden, es sei denn, das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat auf der Grundlage eines quartiersbezogenen städtebaulichen Konzeptes dem Rückbau des Gebäudes zugestimmt

Gegenstand der Förderung im Programmteil "Rückführung städtischer Infrastruktur":

  • Rückbau oder Anpassung der technischen Infrastruktur
  • unvermeidbarer Rückbau der sozialen Infrastruktur

Zuwendungsart und -höhe:

Zuschuss:

1. Programmteil "Aufwertung"

Im Rahmen einer Anteilfinanzierung beträgt die Höhe der Zuwendung 66 2/3 Prozent der zuwendungsfähigen und durch den Förderrahmen bestimmten Kosten.

In Abhängigkeit vom Fördergegenstand sind Förderpauschalen in vom Hundert der entstandenen zuwendungsfähigen Kosten festgelegt. Für einige Fördergegenstände gelten zudem Förderobergrenzen (z.B. für Verfügungsfonds, Sanierungsträgervergütungen und Parkierungsanlagen).

Die Zuwendung setzt sich zu gleichen Teilen aus Bundes- und Landesmitteln zusammen. Neben den Bundes- und Landesmitteln ist die Erbringung eines Eigenanteils zu 33 1/3 Prozent durch die Gemeinde erforderlich.

Die anteilige Übernahme des Eigenanteils der Gemeinde durch den privaten Maßnahmeträger oder Kirchen bzw.anerkannte Religionsgemeinschaften ist in Weiterleitungsfällen möglich. Die Gemeinde hat in jedem Fall einen Mindestanteil von 10 Prozent der Zuwendung zu tragen.

Es sind folgende Nachweise zu erbringen:

  • Die Gemeinde befindet sich in einer schwierigen Haushaltslage, nachzuweisen in der Regel durch Vorlage eines Haushaltssicherungskonzeptes.
  • Die Gemeinde legt ein vom Bürgermeister unterzeichnetes Negativattest ab, durch das bestätigt wird, dass ohne Übernahme des Eigenanteils der Gemeinde die Maßnahme unterbleiben würde.
  • Das zuständige kommunale Gremium hat der Übernahme des kommunalen Eigenanteils zugestimmt und der Beschluss wurde in geeigneter Form veröffentlicht.

Ein Ersatz des kommunalen Eigenanteils durch Kirchen bzw. anerkannte Religionsgemeinschaften kann auch ohne Vorliegen des Nachweises gemäß Nr. 1 erfolgen. Freiwillige Leistungen unbeteiligter Dritter und Landessanierungsmittel, die zweckgebunden dem kommunalen Haushalt zugeführt werden, können der Reduzierung des Eigenanteils der Gemeinde dienen.

Bei Sicherungsmaßnahmen, bei Grunderwerb (zum Zwecke der Sanierung von Altbauten) und bei der Sanierung von Altbauten kann die Höhe der Zuwendung bis zu 100 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten betragen.

2. Programmteil "Rückbau Wohngebäude

Die Höhe der Finanzhilfen beträgt 100 Prozent der förderfähigen Ausgaben bis zur Höhe der nachgewiesenen Ausgaben, höchstens aber 70 EUR je Quadratmeter rückgebauter Wohnfläche.

3. Programmteil "Rückführung städtischer Infrastruktur"

Die Rückführung der technischen und der sozialen Infrastruktur wird durch einen Zuschuss aus Landes- und Bundesmitteln gefördert. Die Förderung erfolgt als Anteilsfinanzierung. Der Förderanteil der zuwendungsfähigen Kosten beträgt bis zu 50 Prozent bei technischer Infrastruktur. Die Rückführung der sozialen Infrastruktur wird mit bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten gefördert.

Letzte Änderung: 01.12.2017