SAB legt Geschäftsbericht 2016 vor

Pressemitteilung 07. Juni 2017

  • 22 Prozent mehr Bewilligungen als 2015
  • 80.000 Fördervorgänge bearbeitet
  • 1.872 Millionen Euro Neugeschäftsvolumen

Geschäftsentwicklung

Im Geschäftsjahr 2016 bewilligte die Sächsische Aufbaubank – Förderbank – (SAB) 38.585 Förderanträge und damit fast 22 Prozent mehr als im Vorjahr (31.717).

Insgesamt bearbeitete die Bank über 80.000 Fördervorgänge, d. h. rund 50.000 Auszahlungen und etwa 30.000 Verwendungsnachweisprüfungen.

Das Neugeschäftsvolumen (Zuschüsse, Darlehen, Bürgschaften) betrug 2016 ca. 1.872 Millionen Euro und lag damit um fast 13 Prozent über dem Niveau von 2015 (rund 1.659 Millionen Euro).

Wie in den Vorjahren hat die Bank auch 2016 den überwiegenden Teil des Fördermittelvolumens (ca. 74 Prozent) durch Zuschüsse ausgereicht: In Form von Zuschüssen vergab die SAB im Berichtsjahr Mittel in Höhe von rund 1.393 Millionen Euro (2015: 1.158 Millionen Euro) und in Form von Darlehen rund 469 Millionen Euro (2015: 493 Millionen Euro). Zudem übernahm die SAB Bürgschaften in Höhe von annähernd 10 Millionen Euro.

Der Anstieg im Zuschusssektor von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist unter anderem auf den Programmstart des Förderprogramms „VwV Investkraft - Brücken in die Zukunft“ zurückzuführen. Im Rahmen der Wirtschaftsförderung hat sich neben einem hohen Interesse an Mittelstands- und Technologieprogrammen u.a. die Erweiterung der Fördermöglichkeiten um Arbeitsplatzsicherung im Programm Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) positiv ausgewirkt.

Größter Förderbereich war 2016 die Wirtschafts- und Arbeitsmarktförderung mit 31 Prozent des Neugeschäftsvolumens, gefolgt vom Bereich Infrastruktur- und Kommunales mit 27 Prozent. Die Umwelt- und Landwirtschaftsförderung war mit 25 Prozent und die Wohnungsbauförderung mit 17 Prozent am Neugeschäft beteiligt.

Ertragslage

Die wesentlichen Ertrags- und Aufwandspositionen haben sich wie folgt entwickelt:

Das Jahresergebnis betrug im Berichtsjahr 0,8 Millionen Euro (Vorjahr: 0,9 Millionen Euro).

Ein Sondereffekt im Zusammenhang mit der Übernahme von Darlehensbeständen der organisierten Wohnungswirtschaft der ehemaligen SAB-Zweiganstalt der L-Bank prägte in den Geschäftsjahren 2015 und 2016 die Ertragslage der SAB. Bei der in zwei Tranchen erfolgten Übernahme (2015: 878 Millionen Euro; 2016: 107,6 Millionen Euro) wurde der im Kaufpreis enthaltene zinsinduzierte Aufschlag nicht über die gesamte Laufzeit der Darlehen, sondern unter Nutzung eines Wahlrechts bereits jeweils im Jahr des Erwerbs komplett aufwandswirksam gebucht und führte 2015 zu einem negativen Zinsergebnis von 42,4 Millionen Euro. In den Folgejahren wirken sich die aus den übernommenen Darlehensbeständen erzielbaren Zinserlöse dafür positiv auf den Ertrag aus.

Die Zinserlöse aus der 2015 übernommenen ersten Tranche wirkten im Geschäftsjahr 2016 bereits positiv: Diese Erlöse trugen im Berichtsjahr zu einem Zinsergebnis von 90,1 Millionen Euro bei.

Im Jahr 2016 wurde im Vergleich zu 2015 ein um 7,6 Millionen Euro geringeres Provisionsergebnis erzielt, wobei sich unter Herausrechnung eines Sondereffektes aus 2015 im Berichtsjahr eine Steigerung des Provisionsergebnisses um 4,2 Millionen Euro ergäbe.

Die Verringerung der ordentlichen Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr um 9,4 Millionen Euro resultiert im Wesentlichen aus geringeren Personalkosten aufgrund der Umstellung des Rechnungszinses für Pensionsrückstellungen und ist ebenfalls als Sondereffekt zu werten.

Die erforderliche Risikovorsorge konnte um insgesamt 9,3 Millionen Euro reduziert werden.

Im Rahmen der Aufstellung des Jahresabschlusses 2016 wurden die Vorsorgereserven für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340f HGB um 37,2 Millionen Euro auf insgesamt ca. 129 Millionen Euro und der Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB um 36,5 Millionen Euro auf insgesamt 291 Millionen Euro erhöht. Damit wurden sowohl die allgemeine Risikotragfähigkeit als auch die Kernkapitalquote weiter gestärkt.

Finanz- und Vermögenslage

Die Bilanzsumme der SAB betrug zum 31.12.2016 rund 7.640 Millionen Euro (Vorjahr: ca. 7.958 Millionen Euro). Der Rückgang resultiert aus den hohen Tilgungen der Darlehensbestände.

Das Stammkapital beträgt unverändert 500 Millionen Euro.

Die bankaufsichtsrechtlichen Eigenmittel der SAB betrugen unter Berücksichtigung des Jahresabschlusses 2016 ca. 1.010 Millionen Euro (2015: 955 Millionen Euro), davon rund 855 Millionen Euro Kernkapital. Die Gesamtkapitalquote beträgt nunmehr 31,29 Prozent (Vorjahr 26,61 Prozent), die harte Kernkapitalquote 26,49 Prozent (Vorjahr 22,75 Prozent).

Ausblick

Die Förderung wird weiterhin überwiegend in Form von Zuschüssen gewährt.

Im Bereich Infrastruktur und Kommunales wird der Fokus auf der Bewilligung und Auszahlung des Programms „Investkraft“ aus dem Fonds „Brücken in die Zukunft“ liegen. Dieses Programm dient der Stärkung der Investitionskraft von Kommunen.

Im Bereich der Wirtschaftsförderung liegen die Schwerpunkte vor allem bei den Themen Innovation, Technologie- und Forschungsinfrastruktur, Digitalisierung sowie Aus- und Weiterbildung (Humankapital).

Im Bereich Wohnungsbau fördert die SAB den sozialen Mietwohnungsbau in den Ballungszentren, unterstützt die Wohneigentumsbildung von Familien und die Wohnraumanpassungen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.

Die SAB erwartet, dass in den Jahren 2017 und 2018 ein Großteil der in der aktuellen EU-Strukturfondsperiode 2014–2020 zur Verfügung stehenden EU-Mittel bewilligt sein wird.

Die regulatorischen Veränderungen infolge der Europäischen Bankenunion haben nach wie vor Auswirkungen auch auf die SAB. Die Bank begegnet den regulatorischen Anforderungen risikobewusst und angemessen.

Die Rahmenbedingungen für die Tätigkeit der SAB haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Neben den steigenden bankaufsichtsrechtlichen Anforderungen, der stetigen Weiterentwicklung der Förderpolitik des Freistaates Sachsen sowie den vielfältigen Entwicklungen in der Informationstechnologie verändern sich auch die Erwartungen des Auftraggebers und die Bedürfnisse der Kunden. Deshalb richtet die SAB ihre Tätigkeit und Ziele durch eine Flexibilisierung und Optimierung ihrer Prozesse, eine fortschreitende Digitalisierung sowie eine verbesserte Kundenorientierung zunehmend an den veränderten Rahmenbedingungen aus, um auch in Zukunft ein starker Partner des Freistaates Sachsen zu sein.