SAB legt zehnten Bericht „Wohnungsbaumonitoring“ vor

Pressemitteilung 30. Juni 2017

Die Sächsische Aufbaubank – Förderbank – (SAB) veröffentlichte am 1. Juli 2017 mit dem Wohnungsbaumonitoring 2016/2017 ihren zehnten Bericht zur Wohnungsmarktbeobachtung im Freistaat Sachsen. Der Bericht verdeutlicht den heterogenen Zustand und die gegenläufigen Entwicklungen der sächsischen Wohnungsmärkte und zeigt Trends und Perspektiven auf. Die Wohnungsmarktbeobachtung basiert auf der Untersuchung der 59 SAB-Wohnungsmarktregionen Sachsens und entstand in Zusammenarbeit mit dem Leibnitz-Institut für ökologische Raumentwicklung e.V..

Fortschreitend heterogene Wohnungsmärkte mit gegenläufigen Entwicklungen

Während die meisten ländlichen Regionen Sachsens durch Fortzüge und natürliche Alterung der Bevölkerung mit weiter zunehmenden Wohnungsleerständen rechnen müssen – fast die Hälfte der 59 Wohnungsmarktregionen hatte 2015 bereits einen Leerstand von über 12 Prozent – wachsen insbesondere die Metropolen Dresden und Leipzig kontinuierlich weiter. Die steigende Nachfrage hat dort zu einem deutlichen Rückgang der Leerstände geführt. Die in beiden Städten stetig steigende Neubautätigkeit kann den wachsenden Bedarf jedoch noch nicht ausgleichen. Daher ist das Wachstum dieser Wohnungsmärkte – nicht nur im Neubau – für immer mehr Menschen mit steigenden Preisen und zunehmender Mietbelastung verbunden.

Wanderungsbewegungen – Leipzig und Dresden profitieren

Der seit 1990 anhaltende Trend einer schrumpfenden Bevölkerungszahl im Freistaat wurde 2014 durch Zuwanderung – insbesondere aus dem Ausland – unterbrochen. Seitdem ist erstmals ein leichter Anstieg der Bevölkerungszahlen zu verzeichnen, der nach mittelfristigen Vorausberechnungen jedoch wieder zurückgehen wird. Allerdings konzentriert sich auch die Zuwanderung auf die Ballungsräume. Ebenso zieht es vorwiegend junge Menschen – aufgrund guter Jobchancen und vielfältiger Infrastruktur – aus den ländlichen Räumen in die Metropolen. So profitieren Leipzig und Dresden sowie deren Umland von den Wanderungen in doppelter Hinsicht.

Bautätigkeit

Auch die seit einigen Jahren zu beobachtende positive Dynamik der Bautätigkeit hat ihre räumlichen Schwerpunkte in den Zentren der Ballungs- und Wachstumsregionen. Dabei wurden zuletzt wieder mehr Wohnungen in Mehrfamilienhäusern gebaut als in den Vorjahren. In diesen vornehmlich innerstädtischen Objekten spielt die Eigentumsbildung wieder eine starke Rolle. Fast die Hälfte der fertiggestellten Wohnungen im Geschosswohnungsbau wird als Eigentumswohnungen errichtet. Auch diese stehen dem Mietwohnungsmarkt zur Verfügung: direkt, indem sie vermietet werden, oder indirekt, indem durch einziehende Selbstnutzer ggf. bislang bewohnte Mietwohnungen andernorts frei werden. Obwohl sie vorwiegend das höherpreisige Segment bedienen, tragen sie damit zur Bedarfsdeckung bei.

In Gemeinden mit sinkender Nachfrage verharrt die Bautätigkeit auf niedrigem Niveau. Zudem wurde der seit 2011 herrschende Trend der Zunahme des Eigenheimneubaus 2015 unterbrochen.

Rückbau

Sachsen hat weiterhin den höchsten Wohnungsleerstand wie auch den ältesten Wohnungsbestand aller Bundesländer, obwohl seit 2000 der Rückbau von mehr als 120.000 Wohneinheiten gefördert wurde. Nach Berechnungen der SAB standen Ende 2015 in Sachsen rund 247.500 Wohnungen leer. Das entspricht einer Leerstandsquote von 10,7 Prozent. Damit hat derzeit im Durchschnitt jede neunte sächsische Wohnung keinen Nutzer mehr. Dies betrifft zunehmend auch Ein- und Zweifamilienhäuser in ländlich geprägten Räumen. Da drei Viertel der 59 Wohnungsmarktregionen Einwohnerverluste zu verzeichnen haben und damit in vielen Regionen der Wohnungsleerstand weiter zunehmen wird, gibt es keine Entwarnung für den Stadtumbau in Sachsen.

Der vollständige Bericht ist auf www.sab.sachsen.de veröffentlicht.