2 Wirtschaftsbericht

2.1 Wirtschaftliche und soziale Rahmenbedingungen

Nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um 0,6 % an. Gemessen an der Wachstumsrate hat sich die wirtschaftliche Entwicklung gegenüber den Vorjahren entsprechend den Erwartungen deutlich abgeschwächt (2018: +1,5 % und 2017: +2,5 %). Gemäß der Herbstprognose der Europäischen Kommission wiesen im Jahr 2019 mit Ausnahme von Italien alle anderen Volkswirtschaften der Europäischen Union höhere Zuwachsraten aus.

Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland verlief dabei zweitgeteilt. So verzeichnete der Dienstleistungssektor und das Baugewerbe hohe Zuwachsraten, währenddessen die Industrie mit 3,5 % einen starken Rückgang auswies. Der Außenhandel schwächte sich im Jahr 2019 weiter ab, zeigte sich vor dem Hintergrund des unverändert schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeldes in Summe jedoch stabiler als erwartet. Wie bereits in den Vorjahren blieb der Konsum eine entscheidende Stütze der Konjunkturentwicklung. Darüber hinaus ließ sich eine insgesamt gestiegene Investitionstätigkeit beobachten, was maßgeblich auf die gute Baukonjunktur zurückzuführen ist, wohingegen die Ausrüstungsinvestitionen entsprechend der Entwicklung im produzierenden Gewerbe nur geringfügig anstiegen. Letzteres deutet eher auf verhaltene geschäftliche Erwartungen hin, als auf ungünstigere Finanzierungsbedingungen, da das niedrige Zinsumfeld in der Eurozone entsprechend den Erwartungen auch im Jahr 2019 fortbestand.

Am Arbeitsmarkt verlief die Entwicklung insgesamt positiv. So stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung um rund 400.000 Personen auf 45,3 Millionen Erwerbstätige im Jahr an. Auch wenn Unterbeschäftigung damit kein aktuelles Problem darstellt, zeigen einige Indikatoren, dass der deutsche Arbeitsmarkt nicht losgelöst von der konjunkturellen Entwicklung betrachtet werden kann. So ging – wenn auch auf einem unverändert hohen Niveau – die Zahl der als offen gemeldeten Stellen leicht zurück und die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergeldes stieg entsprechend der Konjunkturentwicklung vor allem im verarbeitenden Gewerbe zum Teil stark an.

In Summe spiegelt die Lage der öffentlichen Haushalte die konjunkturelle Entwicklung der letzten Jahre wider. Wenn auch etwas geringer als im Jahr 2018, fiel der Finanzierungssaldo aller öffentlichen Haushalte mit voraussichtlich knapp 50 Mrd. EUR (2018: 62,4 Mrd. EUR) bzw. 1,5 % der Wirtschaftsleistung (2018: 1,9 %) erneut sehr hoch aus. Dabei konnten die Länder in Summe ihre Überschüsse leicht erhöhen, wohingegen die Überschüsse des Bundes leicht, die der Sozialversicherungen um etwa ein Drittel und die der Gemeinden um mehr als die Hälfte sanken.

Nach vorläufigen Schätzungen des Dresdner ifo-Instituts (ifo) wird Sachsen im Jahr 2019 mit voraussichtlich 0,3 % erneut ein geringeres Wachstum als in Gesamtdeutschland ausweisen. Dienstleistungssektor und Bausektor wiesen im Jahresdurchschnitt positive Wachstumsraten aus, wohingegen die Industrie bzw. das produzierende Gewerbe starke Rückgänge zu verzeichnen hatten. Geprägt war diese Entwicklung stark vom sächsischen Automobilsektor, der für knapp ein Drittel der sächsischen Industrieproduktion steht. Dieser verzeichnete nach Angaben des statistischen Landesamtes in den ersten zehn Monaten Umsatzrückgänge von 8 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Konjunkturverlauf zeigte damit in Sachsen ein ähnliches Bild wie in Gesamtdeutschland.

In den ersten zehn Monaten des Jahres 2019 zeigte der sächsische Außenhandel nur wenig eindeutige Tendenzen. Mit Ausfuhren in Höhe 36 Mrd. EUR wurde der Vorjahreswert mit -0,4 % nur leicht unterschritten, während die Einfuhren sich um knapp 10 % auf rund 23 Mrd. EUR erhöhten. Ein Blick in die Außenhandelsstatistik zeigt, dass der sächsische Automobilsektor in den ersten 3 Quartalen mit knapp 6 % erhebliche Rückgänge zu verzeichnen hatte. Diese konnten zum Teil durch Zuwächse beim Export in den weiteren Standbeinen der sächsischen Industrie – dem Maschinenbau und der Elektrotechnik kompensiert werden, obwohl auch deren Entwicklung allenfalls verhalten verlief. Hinsichtlich der Zielländer verzeichnete Sachsen erneut einen starken Rückgang zu seinem zweitwichtigsten Exportpartner, den USA, wohingegen sich die Ausfuhren nach China, dem wichtigsten Exportpartner erneut erhöhten. Wenn auch absolut noch auf niedrigem Niveau, wiesen auch die Ausfuhren in die Länder Afrikas zum Teil erhebliche Zuwachsraten auf.

Mit einer jahresdurchschnittlichen Arbeitslosenquote von 5,5 % verzeichnete der sächsische Arbeitsmarkt im Jahr 2019 die niedrigste Quote seit der Wiedervereinigung. Der hiesige Arbeitsmarkt zeigt sich insgesamt weiterhin robust, auch wenn im Maschinenbau- und Elektrotechnik-Sektor erstmals seit langem kein Beschäftigungsaufbau mehr erfolgte. Mit rund 35.000 als offen gemeldeten Stellen zum Ende des Jahres liegt deren Zahl jedoch noch annähernd auf dem Niveau des Vorjahres und die Dauer von deren Nichtbesetzung ist unverändert hoch. Die Sicherung und Qualifizierung von Fachkräften wird daher für die sächsische Wirtschaft und die öffentliche Verwaltung auch in den nächsten Jahren eine der strategisch wichtigsten Aufgaben bleiben.

Auf dem sächsischen Wohnungsmarkt setzte sich die heterogene Entwicklung der letzten Jahre im Jahr 2019 fort. In den städtischen Räumen und deren suburbanen Gebieten gingen die Leerstände weiterhin zurück und die Wohnungsnachfrage, insbesondere auch nach preiswertem Wohnraum stieg an. In den ländlich geprägten Gebieten und kleineren Städten ist im Gegensatz dazu eine regionale Zunahme von Leerständen zu verzeichnen.

2.2 Geschäftsentwicklung

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden durch die Beschäftigten der SAB insgesamt 36.780 Anträge bewilligt (Vorjahr: 28.107). Darüber hinaus wurden im Rahmen der Abrechnung der bewilligten Vorhaben im vergangenen Jahr mehr als 19.000 Verwendungsnachweise geprüft.

Knapp 50 % der über die SAB zu beantragenden Förderungen wurden online über das Förderportal der SAB beantragt. Mit der Bereitstellung von weiteren Online-Antragsformularen bestand damit zum Ende des Jahres in 26 Förderprogrammen die Möglichkeit der elektronischen Antragstellung. Darüber hinaus schritt mit der Möglichkeit der Abgabe elektronischer Verwendungsnachweise in ausgewählten Förderprogrammen der Ausbau des Förderportals zu einer umfassenden webbasierten Kundenschnittstelle und Antragsplattform weiter voran. Um den weiteren Ausbau des Förderportals einschließlich der entsprechenden medienbruchfreien Weiterbearbeitung in den Geschäftsprozessen der SAB zu forcieren, wurde im Jahr 2019 durch den Vorstand eine eigene Stabseinheit mit dem Fokus auf Digitalisierung geschaffen.

Bewilligte Anträge 2019 nach Förderbereichen

Bewilligte Anträge 2019 nach FörderbereichenLegende Bewilligte Anträge 2019 nach Förderbereichen

Bewilligtes Neugeschäftsvolumen 2019 nach Förderbereichen (Mio. EUR)

Bewilligtes Neugeschäftsvolumen 2019 nach Förderbereichen (Mio. EUR)Legende Bewilligtes Neugeschäftsvolumen 2019 nach Förderbereichen (Mio. EUR)

Das Fördervolumen (Neugeschäft) betrug im Berichtszeitraum insgesamt
2.352,2 Mio. EUR und lag damit deutlich über dem Vorjahr. Das geplante Neugeschäftsvolumen in Höhe von 1.865,6 Mio. EUR konnte ebenfalls übertroffen werden.

Die SAB reichte in 2019 Darlehen (inkl. Schuldscheindarlehen) mit einem Volumen in Höhe von 616,9 Mio. EUR (Vorjahr: 326,3 Mio. EUR) aus. Der Anteil der Darlehen am gesamten Fördergeschäft betrug 26,2 % (Vorjahr: 19,4 %). Die bewilligten Zuschüsse hatten mit einem Volumen in Höhe von 1.734,5 Mio. EUR (Vorjahr: 1.344,3 Mio. EUR) erneut den größter Anteil an der Förderung. Bürgschaftszusagen wurden mit einem Volumen von 0,7 Mio. EUR (Vorjahr: 11,4 Mio. EUR) weiterhin nur gering nachgefragt.

Im Förderbereich Infrastruktur und Kommunales lag das Neugeschäft im Zuschussbereich aufgrund zusätzlicher Mittelzuweisungen in den Zuschussprogrammen des Städtebaus sowie des neuen Förderprogrammes „Digitalpakt Schule“ deutlich über dem Niveau des Jahres 2018. Das Darlehensneugeschäft in diesem Bereich konnte ebenfalls erheblich gesteigert werden. Maßgeblichen Anteil an den über dem Plan liegenden Darlehenszusagen hatten insbesondere Finanzierungen von hochvolumigen Einzeldarlehen für kommunale Infrastrukturprojekte. Der Bereich verzeichnete insgesamt im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 362,3 Mio. EUR.

Das Darlehensgeschäft im Förderbereich Wohnungsbau konnte im Jahr 2019 im Vorjahresvergleich um 114,5 Mio. EUR gesteigert werden, blieb jedoch aufgrund rückläufiger Antragszahlen im Selbstnutzerbereich unter dem Planansatz. Die Wohnungsbauzuschussprogramme sind überwiegend gut nachgefragt. Prägend für das Zuschussneugeschäft in diesem Bereich war erneut volumenseitig das Landesprogramm „Gebundener Mietwohnraum“.

Im Bereich Wirtschaft entwickelte sich die Nachfrage nach der GRW-Förderung (Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur) auch im Jahr 2019 rückläufig. Durch verschiedene Verbesserungen der  Förderbedingungen in der der Förderung zugrunde liegenden Förderrichtlinie „RIGA“ ab Herbst 2019 werden für das kommende Jahr Impulse für eine Belebung der Nachfrage erwartet. Die Mittelstandsförderung und das neu aufgelegte Förderprogramm „Regionales Wachstum“ waren stark nachgefragt und prägten das Zuschussgeschäft in diesem Bereich maßgeblich. Insgesamt verzeichnet dieser Bereich im Vorjahresvergleich bei den Zuschussförderungen einen Zuwachs von 134,4 Mio. EUR, während das Darlehensgeschäft leicht unter dem Vorjahreswert und den Erwartungen blieb.

Der Förderbereich Bildung und Soziales entwickelte sich im Jahr 2019 überplanmäßig. Gegenüber dem Vorjahr stieg das bewilligte Volumen in diesem Förderbereich um 32,1 Mio. EUR an. Mit dem Fortschreiten der ESF-Förderperiode verlagerte sich der Schwerpunkt von der Bewilligung zur Vorhabensbegleitung.

Das Neugeschäft im Förderbereich Umwelt und Landwirtschaft war auch im Jahr 2019 maßgeblich durch die Bewilligungen in der Wasserwirtschaft bestimmt. Das Bewilligungsvolumen des Vorjahres konnte in diesem Sektor erneut übertroffen werden. Insgesamt ist im Bereich Umwelt und Landwirtschaft das bewilligte Volumen gegenüber dem Vorjahr um 40,5 Mio. EUR gestiegen.

Neben dem Kundengeschäft war die Tätigkeit der Bank stark von Aufgaben im Zusammenhang mit ihren IT-Systemen geprägt. Um sich stärker auf die Erfüllung ihres Förderauftrages fokussieren zu können sowie zügig  geänderte aufsichtsrechtliche und sicherheitstechnische Anforderungen umsetzen zu können, wurden IT-Systeme auf spezialisierte Dienstleister in Deutschland ausgelagert. Im Einsatz der IT lag auch der Fokus, der in 2019 durch die Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht durchgeführten Prüfung gemäß § 44 Abs. 1 KWG. Die Abarbeitung der in Folge der Prüfung umzusetzenden Maßnahmen wird auch über das Jahr 2019 hinaus Ressourcen in den entsprechenden Bereichen der SAB binden.

Der Standort der SAB in Leipzig nimmt mehr und mehr Gestalt an. Die SAB baut hier in zentraler Lage zur Umsetzung des Sächsischen Standortgesetzes ein modernes Bürogebäude. Nachdem es unter anderem aufgrund der Insolvenz von beauftragten Unternehmen zu Verzögerungen gekommen ist, war der erwartete Fertigstellungstermin von Ende 2020 nicht mehr zu erreichen. Entsprechend des Baufortschrittes zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres geht die SAB davon aus, dass die Inbetriebnahme des Gebäudes Mitte 2021 erfolgen kann.

2.3 Ertragslage

Die wesentlichen Ertrags- und Aufwandskomponenten haben sich wie folgt entwickelt:

Angaben in Mio. EUR*2019
Mio. EUR
2018
Mio. EUR
Zinsergebnis85,193,7
Provisionsergebnis85,873,0
Ordentliche Aufwendungen, davon:-118,0-117,8
Personalaufwand-67,9-68,3
Sachaufwand (inkl. Absetzung für Abnutzung)-50,2-49,5
Sonstiges Ergebnis1,52,6
Betriebsergebnis vor Risikovorsorge54,451,5
Neutrales Ergebnis1,11,4
Bewertungsergebnis9,812,7
Zuführung von Vorsorgereserven für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340f HGB-14,3-14,7
Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB-50,0-50,0
Jahresergebnis1,00,9

*kaufm. gerundet

Das Zinsergebnis des laufenden Geschäftsjahres verringerte sich gegenüber 2018 im Wesentlichen aufgrund der rückläufigen Effekte aus den in den Geschäftsjahren 2015 und 2016 übertragenen Kreditportfolios der Landeskreditbank Baden-Württemberg sowie aufgrund der rückläufigen Eigenkapital-Verzinsung im Zusammenhang mit dem niedrigen Marktzinsniveau. Ergänzend führte eine Auflösung von Makro-Swaps zu einer Belastung des Zinsergebnisses des laufenden Geschäftsjahres, welche vor dem Hintergrund der Stabilisierung der Zinsergebnisse der nächsten Jahre durchgeführt wurde. Mit 85,1 Mio. EUR liegt das Zinsergebnis 2019 jedoch insgesamt annähernd auf dem geplanten Niveau (86,1 Mio. EUR).

Das Provisionsergebnis beläuft sich auf 85,8 Mio. EUR und erreicht damit den geplanten Wert (85,8 Mio. EUR). Gegenüber dem Vorjahr (73,0 Mio. EUR) ist eine deutliche  Steigerung zu verzeichnen, welche im Wesentlichen auf gesteigerte Neugeschäftsvolumina und im Hinblick auf das Ende der laufenden Förderperiode vorgezogene Förderungen zurückzuführen ist. Zusätzlich wirken reguläre Vergütungsanpassungen in den Förderprogrammen ergebnissteigernd.

Die ordentlichen Aufwendungen in Höhe von 118,0 Mio. EUR liegen auf Vorjahresniveau (117,8 Mio. EUR) und damit deutlich unter dem geplanten Wert (142,6 Mio. EUR). Die Personalaufwendungen in Höhe von 67,9 Mio. EUR liegen hierbei auf dem Vorjahresniveau und aufgrund geringerer als geplanter tatsächlicher Mitarbeiterkapazitäten unter dem Planwert (73,3 Mio. EUR). Die Sachaufwendungen (inkl. Absetzung für Abnutzung) in Höhe von 50,2 Mio. EUR liegen ebenfalls auf Vorjahresniveau sowie deutlich unter Plan (69,3 Mio. EUR), im Wesentlichen aufgrund geringerer als geplanter Beratungsaufwendungen, geringerer Abschreibungen im Zusammenhang mit dem Neubau der SAB in Leipzig, niedrigerer Gebäudekosten sowie aufgrund unter Plan liegendem Aufwand für Leiharbeitnehmer. In den Sachaufwendungen ist eine außerplanmäßige Abschreibung auf Anlagen im Bau im Zusammenhang mit dem Neubau der SAB in Leipzig in Höhe von 2,0 Mio. EUR enthalten (Vorjahr: 5,6 Mio. EUR).

Die Position „Sonstiges Ergebnis“ in Höhe von 1,5 Mio. EUR beinhaltet sonstige betriebliche Erträge (2,9 Mio. EUR) und sonstige betriebliche Aufwendungen (1,4 Mio. EUR). Sie liegt insgesamt leicht unter dem Planwert (1,9 Mio. EUR). Das Neutrale Ergebnis setzt sich insbesondere aus Erträgen aus der Auflösung von nicht mehr benötigten Rückstellungen (0,6 Mio. EUR) und Erstattungen durch den Freistaat Sachsen (0,5 Mio. EUR) zusammen.

Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge liegt mit 54,4 Mio. EUR entsprechend insgesamt über dem des Vorjahres (51,5 Mio. EUR) und auch über dem Planwert des Geschäftsjahres (31,4 Mio. EUR).

Die erforderliche Risikovorsorge konnte um insgesamt 9,8 Mio. EUR reduziert werden. Insbesondere durch Rückflüsse im Kreditgeschäft reduzierten sich die Einzelwertberichtigungen um 7,6 Mio. EUR. Die pauschalen Einzelwertberichtigungen blieben nahezu konstant, die Pauschalwertberichtigungen reduzierten sich zusätzlich um 1,3 Mio. EUR.

Das insgesamt gute Ergebnis vor Risikovorsorge konnte zur Stärkung der Eigenkapitalbasis und damit auch der regulatorischen Eigenmittel genutzt werden. Die Vorsorge für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340f HGB wurde um 14,3 Mio. EUR und der Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB um 50,0 Mio. EUR erhöht. Damit konnte sowohl die allgemeine Risikotragfähigkeit  als auch teilweise die Kernkapitalquote weiter gestärkt werden.

Der Jahresüberschuss beträgt 1,0 Mio. EUR. Von diesem Betrag wurden 0,2 Mio. EUR den satzungsgemäßen Rücklagen zugeführt. Der Bilanzgewinn in Höhe von 0,8 Mio. EUR soll den anderen Gewinnrücklagen zugeführt werden.

Die Kapitalrendite als Quotient aus Nettogewinn (Ermittlung des Jahresüberschusses vor Berücksichtigung der Bildung und Verwendung der Vorsorgereserve nach § 340f und § 340g HGB) und Bilanzsumme beträgt 0,9 %.

2.4 Finanzlage

Die aufsichtsrechtlichen Regelungen zur Risikobegrenzung wurden sowohl quantitativ als auch qualitativ eingehalten. Die kurzfristige Liquiditäts-Kennzahl Liquidity Coverage Ratio bewegte sich im Berichtsjahr zwischen 179,74 % und 299,16 % (Vorjahr: 205,21 % und 307,04 %). Die Bank konnte ihren Refinanzierungsbedarf jederzeit über Mittelaufnahmen bei anderen Förderinstituten sowie am Kapitalmarkt in Form von Inhaberschuldverschreibungen (IHS), Schuldscheindarlehen (SSD) und Namensschuldverschreibungen (NSV) decken. Refinanzierungen erfolgten 2019 überwiegend über Neuemissionen am Kapitalmarkt in Form von IHS in Höhe von 105 Mio. EUR und NSV von 10 Mio. EUR. Beschränkungen, welche die Verfügbarkeit von Kapital für die SAB beeinträchtigen können, bestanden nicht.

2019 hat die Bank Investitionen in das Anlagevermögen in Höhe von 38,9 Mio. EUR getätigt. Davon entfallen 35,0 Mio. EUR auf Planungs-, Steuerungs- und ingenieurberatende Tätigkeiten für die Errichtung des neuen Bankgebäudes in Leipzig, auf das Herstellen des Bauwerks und Innenausbau (im Wesentlichen Rohbauarbeiten, Fassadenarbeiten, Trockenbauarbeiten und Malerarbeiten) sowie auf die Installation der technischen Gebäudeausrüstung im und am Gebäude. Weiterhin besteht für die SAB aufgrund der Verlegung des Sitzes zum 1. Januar 2017 von Dresden nach Leipzig in den nächsten Jahren die Notwendigkeit zu weiteren Investitionen im Rahmen der Errichtung des neuen Standortes. Für immaterielle Vermögensgegenstände sind 3,1 Mio. EUR aufgewendet worden.

2.5 Vermögenslage

Die Bilanzsumme der SAB belief sich zum 31. Dezember 2019 auf 7.049,0 Mio. EUR (Vorjahr: 7.514,9 Mio. EUR). Die Reduzierung um 465,9 Mio. EUR setzt sich im Wesentlichen aus zurückgegangenen Forderungen an Kunden und der Reduzierung des Bestandes an Bundesbankguthaben zusammen.

Die Forderungen an Kreditinstitute (ohne Bundesbank) verringerten sich auf 673,4 Mio. EUR (Vorjahr: 719,6 Mio. EUR). Die Forderungen an Kunden gingen auf 4.810,1 Mio. EUR (Vorjahr: 5.097,5 Mio. EUR) zurück. Die SAB hat Wertpapiere im Gesamtvolumen von 707,0 Mio. EUR im Bestand, was einer Steigerung um 10,8 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Auf der Passivseite reduzierten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 345,7 Mio. EUR auf 2.982,7 Mio. EUR. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden stiegen um 19,2 Mio. EUR an. Der Bestand an IHS betrug zum Berichtsstichtag 600,8 Mio. EUR (Vorjahr: 820,8 Mio. EUR).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 2.982,7 Mio. EUR (Vorjahr: 3.328,4 Mio. EUR) setzten sich hauptsächlich aus Refinanzierungsdarlehen bei der KfW-Bankengruppe (Kreditanstalt für Wiederaufbau), der Europäischen Investitionsbank (EIB), der Landeskreditbank Baden-Württemberg (L-Bank) sowie der Landwirtschaftlichen Rentenbank (LRB) zusammen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden belaufen sich auf 1.664,0 Mio. EUR (Vorjahr: 1.644,8 Mio. EUR) und resultieren aus Mittelaufnahmen auf dem Kapitalmarkt in Form von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen, aus Tagesgeld- und Termingeldaufnahmen sowie aus bewilligten und noch nicht ausgezahlten Fördermitteln. Der Bestand an ausschließlich zu Sicherungszwecken getätigten Derivategeschäften belief sich zum Stichtag auf nominal 3.539,0 Mio. EUR.

Das Stammkapital der Bank beträgt 500,0 Mio. EUR.

2.5.1 Eigenmittel

Das gezeichnete Kapital der SAB im Sinne des Stammkapitals nach FördbankG wird vollständig vom Freistaat Sachsen gehalten. Der Gesamtbetrag an Ergänzungskapital setzt sich aus  den in den Bestandsschutzregeln enthaltenen Positionen entsprechend Art. 484, 486 und 488, CRR zusammen. In Abzug kommen die immateriellen Vermögensgegenstände entsprechend Art. 4 (115), 36 (b) CRR.

Restlaufzeiten der nachrangigen VerbindlichkeitenNominalwert in Mio. EURDurchschnittliche Verzinsung in %
<= 3 Monate0,00,0
< 2 Jahre6,03,62
>= 2 Jahre < 5 Jahre32,03,92
>= 5 Jahre64,03,81

Das Stammkapital der SBG in Höhe von 110,0 TEUR ist voll eingezahlt. Die SAB ist alleinige Gesellschafterin.

Die folgende Übersicht zeigt die bankaufsichtsrechtlichen Eigenmittel der SAB zum Berichtsstichtag unter Berücksichtigung des Jahresergebnisses aus dem aufgestellten Jahresabschluss 2019:

Eigenmittelstruktur (nach geplanter Gewinnverwendung)Eigenmittel in Mio. EUR
Eigenmittel (own founds)1.047,0
Kernkapital (TIER1 Capital)965,9
Hartes Kernkapital (Common equity TIER 1 capital)965,9
Als hartes Kernkapital anrechenbare Kapitalinstrumente (capital instruments eligible as CET1 capital)500,0
Eingezahlte Kapitalinstrumente (paid up capital instruments)500,0
Gewinnrücklagen (retained earnings)69,7
Anrechenbarer Gewinn oder Verlust (profit or loss eligable)0,0
Kumuliertes sonstiges Ergebnis (accumulated other comprehensive income)0,0
Fonds für allgemeine Bankrisiken (funds of general banking risks)400,0
Sonstige immaterielle Vermögenswerte (other intangible Assets)-3,8
Ergänzungskapital (TIER 2 Capital)81,1
Übergangsanpassung wg. Bestandsschutzregeln auf Instrumente des Ergänzungskapitals (transitional adjustments due to grandfathered T2 Capital instruments)52,0
Standardansatz: Generelle Kreditrisikoanpassungen (SA general credit risk adjustments)29,1

Im Rahmen der Aufstellung des Jahresabschlusses 2019 wurden dem Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB 50,0 Mio. EUR zugeführt. Dies erhöht dessen Bestand auf 400,0 Mio. EUR (Vorjahr: 350,0 Mio. EUR). Den Vorsorgereserven nach § 340f HGB wurden 14,3 Mio. EUR zugeführt, so dass sich ein Bestand in Höhe von 211,3 Mio. EUR (Vorjahr: 197 Mio. EUR) ergibt.

Unter Berücksichtigung der Gewinnverwendung des aufgestellten Jahresabschlusses ergibt sich ein Kernkapital in Höhe von 965,9 Mio. EUR und ein Ergänzungskapital von 81,1 Mio. EUR.

Die SAB verwendet für die Berechnung der Eigenmittelanforderungen für Adressenausfallrisiken den Kreditrisiko-Standardansatz (KSA). Der Schwerpunkt des Kreditgeschäfts der SAB umfasst Kredite an Privatpersonen, Investoren und Unternehmen zur Förderung des Wohnungsbaus und an Banken im Durchleitungsverfahren im Rahmen der Wirtschaftsförderung sowie Kredite an Gebietskörperschaften und öffentliche Stellen. Die Kreditrisikostruktur ergibt sich aus den Förderaufgaben der Bank. Die SAB führt keine Handelsbuchpositionen im Bestand. Die Eigenmittelanforderungen für Operationelle Risiken werden nach dem Basisindikatoransatz ermittelt. Rohwarenpositionen werden nicht gehalten. Die SAB führt keine Verbriefungstransaktionen aus. Die Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken aus der Währungsgesamtposition werden nach dem Standardansatz ermittelt. Interne Modelle kommen im Rahmen der aufsichtsrechtlichen Eigenmittelberechnung nicht zum Einsatz.

In der nachfolgenden Übersicht wird die ermittelte Eigenmittelunterlegung per 31. Dezember 2019 auf Basis der Jahresabschlusszahlen in Mio. EUR dargestellt.

Eigenmittelanforderung in Mio. EUR
Adressenausfallrisiken – KreditrisikoEigenmittelanforderung inkl. Zuschlag für Zinsänderungsrisiken
Kreditrisiko-Standardansatz (inkl. Risiken aus Beteiligungswerten und CVAs)357,5
Adressenausfallrisiken – Abwicklungsrisiken
Abwicklungsrisiken im Anlagebuch0,0
Operationelle Risiken
Basisindikatoransatz47,7
Marktpreisrisiko
Standardansatz0,0
Eigenmittelanforderung SAB gesamt
Summe405,2

Da die nach dem Verfahren des Artikels 352 CRR berechnete Summe der gesamten Nettofremdwährungsposition der SAB 2 % des Gesamtbetrags der Eigenmittel der SAB unterschreitet und keine Goldpositionen bestehen, berechnet die SAB gemäß Art. 351 CRR keine Eigenmittelanforderung für das Fremdwährungsrisiko.

2.5.2 Finanzielle Leistungsindikatoren – Gesamtkapital- und Kernkapitalquote

Die Gesamtkapitalquote der SAB liegt per 31. Dezember 2019 über der individuellen Mindestquote von 14,5 %. Diese setzt sich zusammen aus der Eigenmittelanforderung in Höhe von 8 % gemäß Art. 92 Abs. 1 c) CRR, dem Kapitalerhaltungspuffer hartes Kernkapital in Höhe von 2,5 % und dem SREP-Zuschlag in Höhe von 4 %.

Die Kernkapitalquote liegt per 31. Dezember 2019 über der Mindestquote in Höhe von 11,5 %. Diese setzt sich aus 6,0 % für das Kernkapital gemäß Art. 92 Abs. 1 b CRR, 2,5 % für den Kapitalerhaltungspuffer, 3 % anteiliger SREP-Zuschlag, 0 % für den antizyklischen Kapitalpuffer (derzeit nicht vorhandene Auslandsrisikoaktiva für die entsprechenden Länder) zusammen. Die Kennzahlen wurden während des gesamten Berichtszeitraumes eingehalten

Quoten zum 31. Dezember nach geplanter GewinnverwendungGesamtkapitalquote in %Kernkapitalquote in %harte Kernkapitalquote in %
201920182019201820192018
Sächsische Aufbaubank – Förderbank –37,4735,9534,5732,4434,5732,44

Der Vorstand schätzt ein, dass die Geschäftsentwicklung 2019 unter Beachtung der aus dem anhaltend niedrigen Zinsniveau resultierenden Belastungen insgesamt günstig verlaufen ist.