Förderung integrativer Maßnahmen - Teil 3 - Maßnahmen zum Erwerb der deutschen Sprache für Personen mit Migrationshintergrund

Allgemeine Informationen

Zweck der Zuwendung ist die Förderung des Erwerbs der deutschen Sprache von Personen mit Migrationshintergrund, die nicht mehr schulpflichtig und nicht berufsschulberechtigt sind.

Ziel ist es, die Integration und gleichberechtigte Partizipation von Personen mit Migrationshintergrund in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu verbessern und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zwischen Personen mit und ohne Migrationshintergrund in der sächsischen Gesellschaft zu stärken.

Die Förderung folgt dem Grundverständnis, dass Integration ein gesamtgesellschaftlicher Prozess ist und dass sowohl Personen mit Migrationshintergrund als auch die Mehrheitsgesellschaft gefordert sind, diesen Prozess aktiv und gemeinsam zu gestalten.

Die Definition der Personen mit Migrationshintergrund folgt der Definition gemäß Mikrozensus des Statistischen Bundesamts. Demnach zählen zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund alle Personen, die nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zugezogen sind, alle in Deutschland geborenen Ausländer/-innen und alle in Deutschland mit deutscher Staatsangehörigkeit Geborene mit zumindest einem zugezogenen oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil. Der Migrationsstatus einer Person wird somit sowohl aus ihren persönlichen Merkmalen zu Zuzug, Einbürgerung und Staatsangehörigkeit wie auch aus den entsprechenden Merkmalen der Eltern abgeleitet.

Schwerpunkte der Förderung sind:

  1. Einstiegskurse "Deutsch sofort“ (Niveaustufe A1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens – GER) mit dem Ziel einer elementaren Sprachanwendung mit 200 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten. Grundsätzlich zur Teilnahme berechtigt sind Personen mit Migrationshintergrund, die
    a) keine Deutschkenntnisse haben
    b) keinen Anspruch auf einen Integrationskurs gemäß § 43 Aufenthaltsgesetz haben
    c) sofern sie geduldet sind, kein Fall des § 60a Abs. 6 Satz 1 Nr. 1 und 2 Aufenthaltsgesetz vorliegt und
    d) sofern sie Asylsuchende sind oder ihr Asylantrag erfolglos war, einem Landkreis oder einer Kreisfreien Stadt im Freistaat Sachsen zugewiesen sind und sie nicht Staatsangehörige eines sicheren Herkunftsstaates nach § 29a des Asylgesetzes sind, es sei denn, sie sind Inhaber einer Duldung nach § 60a Abs. 2 Satz 3 oder Abs. 2b des Aufenthaltsgesetzes.
  2. Alphabetisierungskurse mit dem Ziel einer elementaren Sprachanwendung (angelehnt an Niveaustufe A1 GER) mit 400 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten für Personen, die die Voraussetzungen gemäß o. g. Ziffer 1a) bis d) erfüllen, sofern es sich um herkunftssprachliche Analphabeten handelt.
  3. Aufbaukurse „Deutsch qualifiziert“ mit dem Ziel B1 GER mit 400 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten für Personen, die die Voraussetzungen gemäß o. g. Ziffer 1b) bis d) erfüllen und die zusätzlich
    a) über Deutschkenntnisse angelehnt an Niveaustufe A1 GER verfügen oder
    b) nachweislich innerhalb von drei Monaten nach Anmeldung keinen verfügbaren Platz in einem berufsbezogenen Sprachförderkurs (ESF-Bundesprogramm oder gemäß Deutschsprachförderverordnung) erhalten haben.
  4. Aufbaukurse „Deutsch Beruf“ mit dem Ziel B2 GER mit 300 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten für Personen, die die Voraussetzungen gemäß o. g. Ziffer 1 c) und d) erfüllen und zusätzlich
    a) über Deutschkenntnisse angelehnt an Niveaustufe B1 GER verfügen (Sprachstandnachweis) und
    b) die in 2017 nachweislich innerhalb von 3 Monaten nach Anmeldung keinen verfügbaren Platz in einem weiterführenden Sprachförderkurs im Rahmen des ESF-Bundesprogramms für berufsbezogene Sprachförderkurse haben und
    c) nicht zum Kreis der zugangsberechtigten Personen für berufsbezogene Sprachkurse gemäß Deutschsprachförderverordnung gehören.

Zuwendungsempfänger sind die Sprachkursträger.

Letzte Änderung: 27.10.2017